Die DAN-Prüfung
stellt einen vorläufigen Höhepunkt in der Entwicklung eines Judoka dar und soll
das in vielen, meist weit über 10 Jahren erworbene Wissen und die angeeigneten
Fertigkeiten und Fähigkeiten im Judosport unter Beweis stellen.
Sie ist somit keine
bessere Braungurtprüfung sondern beinhaltet neben dem neuen Fach
"Kata" auch eine umfassende Präsentation der Techniken des Judo in
Praxis und Theorie.
So ist der
nachfolgende Anforderungskatalog quasi als Selbstüberprüfung bezüglich der
eigenen DAN-Prüfung zu verstehen und soll dem Prüfling helfen, sich
entsprechend vorzubereiten:
Anforderungskatalog für DAN-Prüflinge
Grundsätzliches:
Theoretische
Kenntnisse über das Judosystem.
Kenntnisse der
wichtigsten Fachausdrücke (s. Vokabelliste allg. und Kata-Vokabelliste)
Prüfungsfach Kata:
Demonstration der Nage (bzw. Katame) no Kata nach dem Kodokan-Standard (Quellen s. Webseite)
Prüfungsfach
Stand:
Kenntnis über das Prinzip - die Biomechanik - jedes einzelnen Wurfes
Praktische Anwendung der 40 Würfe der Gokyo no waza, generell beidseitig.
Praktische Anwendung in unterschiedlichen:
Kumi Kata - beidseitiger Ärmel- u. Reversgriff,
einseitiger Ärmel- u. Reversgriff,
diagonaler Ärmel- u. Kragen (Rücken)griff
Khabarelligriff (Gadauligriff) - einseitig am Kopf vorbei in Gürtel mit Ärmel/Revers- oder Hosengriff
Doppelreversgriff
sonstige Griffvarianten
Eingangsvarianten - Vorwärtsbewegung (jumping in)
Rückwärtsbewegung (pulling out)
Seitwärtsbewegung (side step)
Kreisbewegung
direkter Eingang (fumi komi)
Kawaishi Eingang
Kodokan Eingang
aus Ai yotsu und kenka yotsu
!!!Also flexibel sein im Hinblick auf Griffarten, Bewegungen, Haltungen – kein starres Vierschritt-Rückwärtsschema!!!
5 (bzw. 10) Kombinationen, auch beidseitig, als ernsthafte Verkettung von zwei Würfen
5 (bzw. 10) Kontertechniken gegen ernsthaften Angriff, auch beidseitig
5 (bzw. 10) Würfe der Shinmeisho no waza, also Techniken außerhalb der Gokyo no waza
Richtiges Ukeverhalten: der Prüfling muß auch als Uke allen Anforderungen gerecht werden und das Verständnis sowie das richtige Verhalten bei den Aktionen von Tori bewerkstelligen.
Prüfungsfach
Boden:
Kenntnis der jeweiligen Prinzipien der einzelnen Wurf- Hebel- und Würgegruppen
Übergänge Stand - Boden als
-direkter Übergang, der nicht als Wurf bewertet wird - z.B. mittels Hebel werfen;
Würger, der im Stand beginnt und im Boden endet
-mißglückter eigener Angriff, der im Boden weitergeführt wird
-mißglückter gegnerischer Angriff, der sofort übernommen und im Boden beendet wird
Bodenprogramm - die 7 Hebel- Würge- und 4 Haltegriffgruppen mit Kenntnis des Prinzips einer jeden Gruppe
Erarbeitung sämtlicher geforderten Techniken aus den Standardpositionen unter wettkampfrelevantem Verhalten von Tori und Uke (Bankuntermann - Bankobermann
von vorne, der Seite, von hinten oben,
Rückenlage Untermann - Obermann,
Beinklammer,
Bauchlage (s. Anmerkungen Webseite)
Die Aufgabe lautet also immer: entwickele Techniken dieser Hebelgruppe (oder Würge- Halte-) aus verschiedenen Positionen heraus oder
erarbeite aus einer vorgegebenen Position heraus unterschiedliche Hebel- Würge- oder Haltegriffe
Prüfungsfach -
Technisch, taktische und methodische Aufgabe:
Erläutern und Demonstrieren der eigenen Spezialtechnik (s. Erläuterung u. Checkliste)
Schriftliche Ausführung zum Anmeldeschluß abgeben.
oder Nachweis der abgelegten Prüfung in
Judoselbstverteidigung bei einem entsprechenden Landeslehrgang
- Erläuterungen und weitere Quellen findet Ihr auf der Webseite –
Zur Vorbereitungszeit
ist generell zu sagen, daß sie sich nicht nur auf die vier Lehrgänge
unmittelbar vor der Prüfung beschränken soll. Da in diesen Lehrgängen die oben
angesprochenen Inhalte nur immer partiell behandelt werden können (man kann
langjährige Judopraxis verbunden mit dem damit vorausgesetzten Technikerwerb
nicht innerhalb einiger Lehrgangsstunden abhandeln).
Besser wäre es, in
einem Halbjahr die Lehrgänge zu besuchen und sich mit den Anforderungen
vertraut zu machen und im darauffolgenden HJ quasi als unmittelbare
Vorprüfungsphase intensiv auf die Themen hin zu trainieren, nochmals die
Lehrgänge zu besuchen, sich schon mal überprüfen lassen durch ständiges
Feedback und dann die Prüfung zu meistern.